Bio-Kartoffeln aus Eigenproduktion

 

 Von Jürgen Wolter

HÜLS. Seine Kleingartenparzelle in der Anlage Löntroper Heide kann Horst Ullmann sogar aus der Vogelperspektive sehen - vom eigenen Balkon aus: Er wohnt auf der Ringerottstraße, in direkter Nachbarschaft der 1992 errichteten Kleingartenanlage.
Ehefrau Christa hatte ihn damals darauf aufmerksam gemacht, dass im Hülser Süden eine neue Kleingartenanlage
gebaut werden sollte. Erst blieb der Anmeldezettel ein paar Wochen liegen, aber dann bewarben sich die beiden doch
um eine Parzelle, die direkt in der Nähe des Eingangs liegt: "Löntroper Heide Nr. 5", das ist inzwischen ein Teil ihrer Heimat.
Und die hatte Horst Ullmann schon komplett durchgeplant, bevor es überhaupt losging: "Auf Millimeterpapier hatte ich eine
genaue Skizze angefertigt." Ziergarten, Nutzgarten, Wege, alles war akribisch vorbereitet. Unterstützung bekam Horst Ullmann
bei der Planung von seinem Sohn André, der als Landschaftsgärtner mit fachmännischen Tipps zur Verfügung stand.

Wer den Garten betritt, wird zunächst von einer Blumenlandschaft empfangen, in der vor allem die meterhohen Stockrosen auffallen:
Die großen Blüten leuchten in verschiedenen Rot- oder Gelbtönen. Die einjährigen Pflanzen vermehren sich durch Selbstsaat.
"Man muss nur aufpassen, ob man sie überall, wo sie wachsen, auch haben will", sagt der gelernte Bergmann Horst Ullmann,
der aber die meiste Zeit seines Berufslebens auf der Hüls AG als Chemielaborant tätig war.

Die Terrasse ist eingerahmt von Geranien in Blumenkästen: Sie überwintern im Keller und sind inzwischen mehrere Jahre alt.

Im Juli freut sich Horst Ullmann schon auf seine Kartoffelernte: "Als erstes ist die mehlige Sorte ?Holländische Erstlinge reif.
Als Dünger gibts nur Naturdünger oder den selbst gewonnenen Kompost: Da weiß ich von der ersten bis zur letzten Minute,
was die Kartoffeln bekommen haben. Das sind Bio-Kartoffeln in reinster Form."
Gerhard Ruppik, Bezirksfachberater der Marler Kleingartenanlagen, hat noch einen weiteren Tipp zum Thema Kartoffeln:
"Die Kleinen, die etwa pflaumengroß sind, bei der Ernte sammeln, im Winter dunkel lagern, und danach einige Tag in die Sonne
legen. Dadurch werden sie grün und sehr widerstandsfähig. Dann kann man schon im März mit der Aussaat beginnen,
mit Vorräten aus eigener Züchtung."

Die Bewässerung übernimmt bei Horst Ullmann eine Pumpe, mit der er Regenwasser aus einem Container pumpt, das er zuvor
gesammelt hat: Es fließt vom Dach der Laube in den unterirdischen Behälter.

Die farbenprächtigen Stockrosen haben übrigens bis Mitte Juli ihre Hauptsaatzeit. Hochwüchsige Stauden im Garten sollten
spätestens jetzt an Stäben befestigt oder mit Stützringen abgesichert werden. Sie fallen sonst oft auseinander und sehen dann
unansehnlich aus. Rittersporn sollte nach der ersten Blüte bis etwa eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten und gedüngt
werden. Im Juli werden auch zahlreiche Beeren reif: Johannisbeeren oder Stachelbeeren sind jetzt fruchtige Ergänzungen auf dem
Speisezettel.

Lia, die siebenjährige Enkelin der Ullmanns, verbringt viel Zeit mit Oma und Opa im Kleingarten. Sie freut sich schon auf die
Birnenernte, aber darauf muss sie noch etwas warten.

Der Garten macht ihr Spaß, aber hilft sie auch bei der Arbeit mit? "Nö, eher nicht", gibt sie zu. Das muss aber auch nicht unbedingt
sein: Der Garten von Christa und Horst Ullmann ist auch so eine tolle Freizeitoase.

Dienstag, 03. Juli 2007  |  Quelle: Marler Zeitung (Marl)

 

Bezirksverband Marl der Kleingärtner e.V.  | fuchs@kleingartenmarl.de