Kleingärtner blicken unbesorgt nach vorn

Zu einem regelrechten Wahlmarathon kamen die Kleingärtner im Sauerbruch zusammen. 70 Mitglieder wählten gestern in der Jahreshauptversammlung den neuen Vorstand der Kleingartenanlage "Zum Sauerbruch".
Neben den Vorstandsposten standen auch noch eine ganze Menge anderer Positionen zur Wahl. So mussten die Mitglieder in mehr als 20 Wahlgängen entscheiden. Den geschäftsführenden Vorstand bilden Helga Sticklies (Vorsitzende), Karl-Heinz Grabosch (stellvertretender Vorsitzender), Bernhard Lange (Kassierer) und Lars Taeger (Schriftführer). Die wichtige Aufgabe des Gartenobmannes übernimmt Hans Werner Engbarth.
"Wir sind stolz darauf, dass alle Mitglieder mit anpacken", freut sich die wieder gewählte Vorsitzende. Da man von der Stadt kaum finanzielle Unterstützung erhalte, könne man sich immer auf die Kleingärtner verlassen.
Die Anlage "Zum Sauerbruch" ist die größte ihrer Art in ganz Marl. Unter den 186 Mitgliedern sind viele junge Familien mit Kindern.
So braucht sich der Vorstand für die nächsten Jahre keine Sorgen zu machen: "Was Mitglieder angeht, ist unsere Zukunft gesichert", freut sich Helga Sticklies.
-hs   Montag, 24. Februar 2003  |  Quelle: Marler Zeitung (Marl)

Schöne Gärten ausgezeichnet

Kürbisse, Porree und Sonnenblumen - die Dekoration ließ den Grund zum Feiern in der Kleingartenanlage "Im Hembrauk" schon erahnen.
Hobbygärtner kamen im Vereinslokal mit Verwandten und Bekannten am Samstagabend zusammen, um das alljährliche Erntedankfest richtig zu feiern. Extra aus Bochum angereist war "Ullis Disco", die die Stimmung im Saal zum Brodeln brachte. Da ließ es sich auch CDU-Politiker Dieter Lohkemper nicht nehmen mit zu feiern.
Besonders ausgelassen konnten jedoch die Familie Mrozek und Dierßen, Gerhard Ruppik, Familie Menke, Kortenbach und Brzonkalik feiern. Sie wurden für ihre besonders schön gepflegten Gärten prämiert.
Aus ihren und anderen Gärten stammten auch die Früchte auf dem reichlich gefüllten Gabentisch, der um Mitternacht nur von den Gästen der Gartenanlage geplündert werden durfte. Mit dieser Aktion bedankt sich der Hembrauk bei seinen zahlreichen Besuchern, die hier immer gern gesehen sind.

Wie im Hembrauk ließ es auch der Kleingärtnerverein "Zum Sauerbruch" krachen. Auch hier wurde um 24 Uhr geplündert. Allerdings eine Erntekrone, die vorher noch über der feiernden Menge hing und bewundernde Blicke auf sich zog. Das Erntedankfest nutzte man auch hier zur Ehrung der eifrigsten Kleingärtner. Hannelore und Herbert Bödefeld, Maria und Manfred Sigfanz, Hannelore und Karl- Heinz Buchwald waren hier die glücklichen. Maria Müller wurde für ihr langjähriges Engagement im Bereich der Frauengruppe und für ihre Funktion als "Mädchen für alles" zum Ehrenmitglied ernannt. Den Titel Erntekönigin und Erntekönig durften in diesem Jahr Regina John und Herbert Bödefeld für sich beanspruchen. -ah

Montag, 06. Oktober 2003  |  Quelle: Marler Zeitung (Marl)

Das Gemüse der Superlative: Stolz zeigten die Kinder beim Kürbiswettbewerb ihre Früchte (Foto). Die Gewinner: Annalena Geßler, Jan Schnibbe und Chris Sander (rechtes Foto, v.l.). Foto: Stefan Korte.

Er lacht und klatscht laut in die Hände. Als Jan Schnibbe aufgerufen wird, sieht man ihm seine Freude an. 56,5 Kilogramm bringt sein Kürbis auf die Waage. In der Kleingartenanlage "Zum Sauerbruch" ist das in diesem Jahr die Bestmarke.
Was nur diejenigen wissen können, die bei der Preisverleihung dabei gewesen sind: Jan Schnibbe ist erst vier Jahre alt. Die Brasserter Kleingärtner haben in dieser Saison das erste Mal einen Kürbiswettbewerb für Kinder ausgerichtet - und das auf Anhieb mit großem Erfolg.
"Die Idee ist uns Ostern beim Eiersuchen gekommen", sagt Helga Sticklies. Das ehemalige Vorstandsmitglied ist im Sauerbruch bekannt für die Organisation von Kinderfesten und anderen Feiern. Die Sache mit den Kürbissen ist ihr neuestes Projekt. Zu Ostern habe sie bemerkt, dass Aktionen für Kinder in der Kleingartenanlage stets gut ankommen. Also sollte es mal etwas Neues geben.
Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Sieger ermittelt werden konnten. "Wir haben die Kerne kurz nach Ostern verteilt", sagt Sticklies. Seitdem haben die Kinder - natürlich unter Mithilfe von Eltern und Großeltern - das Gemüse redlich gepflegt und gedüngt. Für Jan Schnibbe hat sich die Arbeit gelohnt. Er bekam einen Pokal und durfte sich vom Tombola-Tisch als erster ein Spielzeug aussuchen. Mit ihm auf dem Podest standen übrigens Annalena Geßler, deren Kürbis 34,4 Kilogramm wiegt, und Chris Sander, der mit 33 Kilogramm nur knapp dahinter liegt. Beide sind übrigens auch gerade einmal vier Jahre alt. Sko
Dienstag, 17. Oktober 2006  |  Quelle: Marler Zeitung (Marl)

 

Eigener Kompost macht kerzengerade Möhren

 Auch wenn die Sonne noch scheint: Irgendwie liegt schon eine Ahnung von Glühwein in der Luft, finden Sie nicht? Nicht nur Horst Zachau weiß, was das heißt: Der Garten muss winterfest gemacht werden. Der Kleingärtner-Chef gibt Neulingen einige Tipps dazu: -
Gemüse - sollte jetzt komplett abgeerntet werden. Es gibt allerdings einige Ausnahmen. Grün- und Rosenkohl etwa schmecken weniger bitter, wenn sie einmal dem Frost ausgesetzt waren.
Kompost - ist der billigste und vielleicht beste Dünger im Garten. Er nimmt dem Gärtner die Sorge, wo er seine Gartenabfälle lassen soll. In die Biotonne passen sie praktisch nie. Gehäckselte Zweige, Äste, verblühte Blumen sollten jetzt zum Verrotten in eine Grube (doppelte Spatentiefe) geworfen werden. Zachau deckt diese "Miete" mit Erde ab und pflanzt darauf im Frühjahr Möhren: "Die werden dann kerzengerade, und es ist kein einziger Wurm drin."

Blume - ist im Garten nicht gleich Blume. Zwiebeln können jetzt eingegraben werden. Dann blühen sie 2007 gleich nach Frühlingsbeginn. Wer bis zum Ende des Winters wartet, sieht erst im Juni oder Juli die ersten Blüten. Mehrjährige Blumen (etwa Margeriten) kann der Hobbygärtner jetzt problemlos teilen, wenn sie zu groß geworden sind: "Ein Stück können sie ja dem Nachbarn schenken."

Kalk - mag an manchen Stellen im Garten ein Segen sein, an anderen schadet er nur. Gartenfans wissen: Manche Pflanzen, etwa Erdbeeren oder Rhododendron-Büsche, brauchen unbedingt sauren Boden. Wer ihn mit Kalk künstlich entsäuert, wartet auf eine Ernte oder gesundes Pflanzenwachstum vergeblich.

Rasen mähen - - wie lange muss das eigentlich sein? Fachleute haben darüber schon ganze Bücher geschrieben. Zachau hat eine sehr einfache Antwort: "So lange, wie er eben wächst."

Gift - gibt es in Zachaus Garten grundsätzlich nicht. Einfaches Mittel gegen Läuse und Co: Schmierseife. Sie schade weder Mensch noch Pflanze und wirkt zuverlässig. Und: "Raupen sammle ich ab und gebe sie den Fischen."

Mist - ist nicht jedermanns Sache. Horst Zachau schwört darauf. Einige Kleingärtner schließen sich zusammen und lassen sich von einem Bauern Rinderdung liefern. Fünf bis zehn Zentimeter dick wird er auf dem Boden verteilt und im Frühjahr untergegraben. Das schützt die Erde und wertet sie auf. Und: Das Ganze stinkt nur beim Aufbringen, nach ein paar Stunden hat die Nase Ruhe. Aber: Keinen Mist platzieren, wo Wurzelgemüse (Möhren, Radieschen) wachsen soll. Zachau: "Sonst feiern die Würmer Hochzeit." rkl

Frische Erdbeeren bis zum Frost

 

Lust auf frische Erdbeeren zwei Monate vor Weihnachten? Wenn Lieselotte Zachau mal nicht weiß, was sie unter ihre Sahne legen soll, fragt sie ihren Mann Horst. Der geht in den Garten; ein paar Minuten später ist das Problem gelöst. Zachaus Erdbeeren machen nur im tiefen Winter Pause - eines der vielen Geheimnisse, die Kleingärtner gern verraten. Wenn einer zuhört. -

VON ROBERT KLOSE -

- "Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten", steht an der Wand von Horst Zachaus Laube. Das meint der Vorsitzende des Marler Kleingärtner-Bezirksverbandes wörtlich. Seit zwei Wochen ist er Rentner. Davor arbeitete er als Elektriker. Krankenschein? Einen hatte er mal, vor Jahrzehnten, mit verrenktem Kreuz. Grippe, Erkältung, Fieber - das kennt er nur vom Hörensagen. Sein Körper muss eine wahre Vitamin-Bombe sein: Äpfel, Gurken, Bohnen, Erbsen, Möhren... das alles wandert direkt aus den Beeten in die Küche. Frischer geht es nicht.

Vielleicht ist gerade das die Ursache dafür, dass immer öfter einige der 393 Marler Bezirks-Schrebergärten (es gibt außerdem ca. 70 ohne Bindung) leer bleiben. Eigene Lebensmittel kosten Zeit und Arbeit: Erbsen ernten, aus den Schoten holen, säubern, kochen, zubereiten... der Griff ins Supermarkt-Regal geht deutlich schneller.

Vielleicht auch ein Grund für das nachlassende Interesse an Kleingärten: Die Freiheit hinterm Zaun ist nicht grenzenlos. Weil es für alles Gesetze gibt, gibt es auch eines für Kleingärten. Das wiederum enthält eine Gartenordnung, und die verbietet dem Gartenpächter einiges. Zum Beispiel in seiner Laube ständig und immer wieder zu übernachten. Mal die Matratze nach dem Sommerfest ausrollen - dagegen hat niemand etwas, aber die Laube ist keine Zweitwohnung.

Noch eine Vorschrift: Mindestens 50 Quadratmeter des Gartens müssen Nutzfläche sein, etwa in Form von Gemüse-Beeten. "Macht ein Pächter nur Rasen, verlieren wir die Gemeinnützigkeit und müssen mehr Pacht zahlen".

Apropos Pacht: Auf die Frage, ob ein Kleingarten teuer ist oder nicht, gibt es zwei Antworten. Die Stadt verpachtet die Flächen an den Bezirk, der gibt sie an die Vereine weiter und diese an ihre Mitglieder. Was an Jahrespacht am Ende herauskommt, würde kaum reichen, um eine Garage einen Monat lang zu bezahlen. Wer einen Garten haben will, muss in einer Anlage Vereinsmitglied werden. Das kostet meist um die 150 Euro Aufnahmegebühr pro Familie und 50 bis 100 Euro Jahresbeitrag, ebenfalls pro Familie.

Ist ein Garten frei, müssen die Ersparnisse herhalten: Alles, was darin steht oder wächst, wird bewertet - von der Laube bis zu den Bäumen. Einen Garten in gutem Zustand zu übernehmen, kann bis zu 10000 Euro kosten. Es gibt auch Übernahmen zum Nulltarif - doch dann erwartet den Neuen erst mal viel Arbeit, weil etwa die Laube marode ist. Oder weil sie zu groß ist: Die Bausünden vergangener Jahre rächen sich bei Pächter-Wechsel. Dann muss der Nachfolger das Häuschen auf 30 Quadratmeter zurückbauen, die Stadt will es so. Niemand wird übrigens gezwungen, eine Laube zu bauen. Wer keine hat, muss dann aber doch nach dem Sommerfest ein Taxi rufen: Camping ist verboten.

Zur Vereinsmitgliedschaft gehört eine Verpflichtung zur Gemeinschaftsarbeit: 12 Stunden pro Jahr - nicht mehr! - leistet etwa jeder Sauerbruch-Gärtner. Zum Lohn für alle Kosten und Arbeit bekommt er knackige Erdbeeren bis zum ersten Frost - und die sind Gold wert. Blickpunkt

Montag, 16. Oktober 2006  |  Quelle: Marler Zeitung (Marl)

Bezirksverband Marl der Kleingärtner e.V.  | fuchs@kleingartenmarl.de