Zwiebeln (Allium cepa)

Liliengewächs.

Keine besonderen Bodenansprüche, sehr schwere oder leichte sowie feuchte Böden sind jedoch ungünstig. Stickstoff- und Phosphatbedarf nur gering. Tiefgründiger Boden mit vielen Spurenelementen ist vorteilhaft. pH über 6.5. Aussaat nur auf lockeren, feinkrümeligen Böden Ende 3/Anfang 4, wenn der Boden genügend abgetrocknet ist. Reihenabstand 30 cm, vereinzeln auf 4 - 5 cm Abstand, Saattiefe 2 cm. Keinen frischen, organischen Dünger verwenden. Steinmehl ist vorteilhaft. Schwachzehrer, benötigt Kalium und Phosphor. Keimtemperatur 15 - 18°, über 20° oft nicht erfolgreich. 5 - 7 mm tief säen. Keimdauer 3 - 4 Wochen. Nach dem Auflaufen Temperaturen langsam steigern. In der Hauptwachszeit Juni/Juli notfalls kräftig giessen, wenn die Blattspitzen gelb werden, aber nicht zu oft. Als Folgekultur von Doldenblütlern, Kartoffeln und Zuckermais kümmern sie oft wegen etwaiger Nematoden.
Auch andere Pflanzen der Familie der Liliengewächse sollten mehrere Jahre lang nicht als Vorfrucht angebaut werden. Günstig als Vorfrucht sind dagegen Chicorèe, Endivie, Radicchio und Salate aller Art. Mischkultur mit Möhren, auf  Sandböden mit etwas Kamille (fördert Aroma und Wachstum, gegen Bodenschädlinge). Ausserdem Bohnenkraut, Borretsch, Dill, Erdbeeren, Gurken, Kopfsalat, Koriander, Majoran (Dost, wilder Majoran schützt Zwiebeln vor Mehltau), Möhren, Oregano, Pastinaken, Petersilie, Radicchio, Ringelblumen,  Rucola, Salat, Tomaten und Zichoriensalate. Ungünstige Nachbarn sind Bohnen (sie beeinträchtigen sich gegenseitig im Wachstum), Erbsen, Gartenkresse, (Früh-)Kartoffeln, Kohl(rabi), Petersilie, Porree, Radies, Rettiche, Schnittlauch, Spargel.
Holzasche ist guter Dünger für Möhren und Zwiebeln. Zwiebeln in 2. Tracht nach den Starkzehrern anbauen. Bei Stickstoffüberdüngung reifen die Zwiebeln nicht aus. Zwiebeln sind antiseptisch und wirken desinfizierend, der Tee von den Schalen wird gegen Pilze eingesetzt.
Gesäte Zwiebeln halten im Lager länger, werden nicht so gross und schossen weniger als Steckzwiebeln. Steckzwiebeln sollen mit dem oberen Drittel aus dem Boden herausragen. Sie sollten nicht 15 mm Durchmesser überschreiten, sonst kann es zu Schossern kommen. Auch bei Frost besteht diese Gefahr. 1 Tag vorquellen. Steckzeit 3-4, Ernte Herbst. Die Steckzwiebeln vor der Auspflanzung etwa 4 Wochen lang bei Temperaturen zwischen 25 - 35° halten, auch das mindert die Schossergefahr. Dies gilt auch für grössere Zwiebeln. Abstände 25/30 cm/6 cm. Von Winterheckenzwiebeln können die Röhrenblätter geerntet werden, aber nur mässig, sonst gehen die Pflanzen ein. Wenn es im August zu stark regnet, ggf. mit Folientunnel abdecken.

Die Steckzwiebeln sind erntereif, wenn das Laub vergilbt und umkippt. Nicht niedertreten. Falls das Ausreifen z.B. wegen schlechten Wetters beschleunigt werden soll, mit dem Spaten oder der Grabegabel die Wurzeln durchstossen oder seitlich anheben, damit der grössere Teil der Wurzeln abreisst. Erst ernten, wenn das Laub vollkommen eingetrocknet und das Wetter trocken ist. Danach auf dem Beet oder unter einem Dachvorsprung möglichst einige Wochen dörren und dabei mehrmals umdrehen, damit sie eine feste Schale bilden und sich lange Zeit im Lager halten, ohne auszutreiben. Ggf. nachts und bei Schlechtwetter gegen Feuchtigkeit schützen. Man kann sie dann auch von losen Schalen und Erde befreien, zu Zöpfen flechten und aufhängen. Bei Lagerung in Netzen oder im Regal werden die vertrockneten Schlotten entfernt. Auf den Regalböden frisches Zeitungspapier ausbreiten. Optimal sind 70% Luftfeuchtigkeit und 0-1°, luftig. Werden die Wurzelenden abgesengt, wird vorschnelle Keimung verhindert.

Gefrorene Zwiebel niemals anfassen, sondern bis zum Abtauen abwarten. Sonst platzen die Zellen und faulen. Nicht zusammen mit Äpfeln und Birnen lagern und auch nicht unnötig hin und her bewegen, sie verlieren ihre Würze. Zwiebeln mit dicken Hälsen sind nicht lagerfähig, Schalotten halten sich dagegen besonders lange. Je kleiner die Zwiebeln sind, umso besser sind sie.
Ernte der Wintersorten 5 - 7, Steckzwiebeln ab 7, Frühsaaten 8 - 9. Als erstes die roten Zwiebel verbrauchen, sie treiben am frühesten aus. Japanische Varietäten werden 8 gesät und 6 geerntet. Winterzwiebeln werden Ende 9 gesteckt 5 cm tief, 22 x 6 cm, 5 geerntet. Vor Wintereinbruch etwas anhäufeln und Zwiebeln mit Vlies bis 4 schützen. Schosser rechtzeitig ausbrechen. Frisch gepflanzte Zwiebeln werden oft von Regenwürmern umgeworfen, die die abgestorbene Schale in den Boden ziehen. Geschieht nicht, wenn die Pflanztage beachtet werden. Bei Kälte im Sommer schiessen die Zwiebeln oft. Zwiebeln wie auch Porree hinterlassen gut gelockerten Boden.
Zwiebeln können gegen Möhrenfliegen, Pilzkrankheiten und Spinnmilben eingesetzt werden. Gleich zusammen mit Möhren, ist möglich.

Steckzwiebeln selbst gewinnen: Samen dicht und breitwürfig 5 aussäen, auf ein Quadratmeter etwa 6 - 8 g. Wenn sie gelb werden, ernten. In der Sonne gut ausreifen lassen, im warmen Raum trocknen. Die Etagenzwiebel (ägypt. Zwiebel, Baumzwiebel, Rockenbolle, Roquembole, Schlangenlauch) ist nur vegetativ vermehrbar. Sie ist winterhart. Im Sommer entwickeln sich auf den Enden der Schlotten kleine Brutzwiebeln, die geerntet werden können. Lässt man sie dort weiterwachsen, treiben sie Wurzeln und fallen ab. Während des Winters können die Schlotten ebenfalls genutzt werden. Brutzwiebeln im Spätsommer 1,5 cm tief in die Erde stecken, 12 - 14 cm Abstand.
Winterhecken- und Lauchzwiebeln (Allium fistulosum) sind sehr frosthart und mehrjährig. Sie bilden verdickte Bulben und Röhrenblätter, die vor allem im Winter für frisches Grün sorgen als Schnittlauchersatz. Gewinnung durch Aussaat 3 - 5 oder durch Teilung. Erde humusreich, mässig feucht, durchlässig. Höhe 30 cm. Blüten sofort abbrechen. Sie kann auch ins Kräuterbeet gesetzt werden, aber nicht in die Nähe der Petersilie.
Die kleinen Saatzwiebeln werden ganz dicht nebeneinander ab 9 ausgesetzt. Im Winter kann das Grünzeug als Schnittlauchersatz gegessen werden. Es sterben die Blätter ab, eine zweite Ernte ab folgendem Herbst ist möglich.

Inhaltsstoffe Acetycistein, Allicin, Alliin (es bildet an der Luft den Wirkstoff Propanthialsulfoxid, der Tränenreiz verursacht), Glucosinolate, Polysulfide, Propanthialoxid, Proteine, Quercetin (Antihistaminikum), Vitamine A, B1,2, 6, C, E; Nikotinsäure. Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Schwefel. Eisen, Fluor, Mangan, Zink. Flavonoide in der Schale. Im Senföl ist ein bakterizider Stoff enthalten.
Braune Zwiebeln sind scharf und würzig, weisse Zwiebeln mild und saftig, rote Zwiebeln und Frühlingszwiebeln mild. Schalotten vor allem für Salate und Sossen (Béarnaise) verwenden, junge schmecken am feinsten und sind würziger, sie werden auch nicht zäh. Die rundlichen grauen sind den grösseren, violetten vorzuziehen. Kleinere Sorten wirken stärker. - Hände mit Zwiebelgeruch mit Zitronensaft einreiben. Petersilien- oder Minzeblätter kauen.

Tränende Augen kann man weitgehend vermeiden durch folgende Massnahmen: Die Zwiebeln vor und nach dem Schneiden in eiskaltes Wasser tauchen. Eine brennende Kerze in Zwiebelnähe verbrennt immerhin einen Teil des Alliins. Auch unmittelbar unter der Dunstabzugshaube geschnitten, wird die Einwirkung erträglicher.  
 

Zwiebeln werden im allgemeinen nicht von Schnecken angerührt

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